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dm und Beiersdorf pilotieren GS1 Digital Link

Drogeriemarktbetreiber dm testet in ausgewählten Filialen die Verarbeitung von zweidimensionalen Codes im Kassiervorgang. Das Pilotprojekt soll wichtige Erkenntnisse liefern für die geplante schrittweise Ablösung des Barcodes durch 2D-Ccodes mit dem neuen GS1 Digital Link Standard. Deos der Marke 8X4 von Beiersdorf gehören zu den ersten Produkten, die nach dem neuen Identifikationsstandard ausgezeichnet sind.

Damit das Erfassen der Ware an der Kasse gewohnt schnell funktioniert und Hersteller zukünftig nicht verschiedene Codes auf die Waren drucken müssen, arbeiten die GS1-Organisationen gemeinsam mit Handel und Industrie an der 2D-Migration. Mit der Initiative Sunrise 2027 will die Branche bis Ende 2027 in der Lage sein, eine kritische Masse von Produkten und POS-Systemen zu erreichen, die 2D-Codes unterstützen. Der sogenannte Sunrise Day ist eine Art Stichtag, bis zu dem Konsumgüter-Industrie und Handel ihre Verpackungen, Prozesse und Systeme so vorbereitet haben sollen, dass GS1 2D-Codes im Tagesgeschäft funktionieren.

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Neben dm haben weltweit Handelsunternehmen Pilotprojekte mit dem GS1 Digital Link gestartet. Dazu gehören beispielsweise Walmart, Carrefour, Coop Schweiz, Woolworth Australia und Tesco – der Retail Optimiser berichtete. Aus der Konsumgüterindustrie bereitet sich nicht nur Beiersdorf auf den Sunrise Day vor. Mit dabei sind unter anderem Nestlé, Henkel, Mars, Procter & Gamble, Dr. Oetker und Rieber. Der Retail Optimiser berichtete über Projekte des britischen Lebensmittel-Produzenten Branston sowie des Frankfurter Start-ups Jake’s Beverages.

Mehr Informationen direkt am POS ablesbar

Zweidimensionale Codes enthalten deutlich mehr Informationen als der klassische Strichcode. Sie können beispielsweise das Mindest-Haltbarkeits-Datum, die Chargennummer für die Rückverfolgbarkeit sowie umfangreiche Produktinformationen, etwa zu Inhaltsstoffen und möglichen Allergenen bereitstellen. Diese Informationen können Handel und Verbraucher direkt am Point-of-Sale abrufen. Dabei benötigt der Datenträger weniger Platz auf der Verpackung, da 2D-Codes kleiner als der klassische Barcode sein können.

Um den 2D-Code an der Kasse zu lesen, benötigt das Kassensystem einen Scanner mit Imager Technologie. Dieser funktioniert wie eine Digital-Kamera. Die integrierte Software erkennt die typischen Markierungen des QR-Codes, analysiert die Anordnung der Pixel und wandelt diese in digitale Informationen um. Aktuell sollen bereits mehr als 70 Prozent der installierten Kassensysteme in Deutschland und Europa mit Imager-Scannern ausgestattet sein.

Verbraucher erhalten direkten Zugang zu Produktinformationen

Der Digital Link eröffnet ebenfalls neue effiziente Möglichkeiten für Kundenkommunikation und Marketing. „Der neue GS1 Standard für 2D‑Codes mit Digital Link verbindet unsere Produkte erstmals nahtlos mit digitalen Informationen und eröffnet uns neue Möglichkeiten der Interaktion mit den Verbrauchern“, erklärt Christian Haensch, Geschäftsführer der Beiersdorf AG für Deutschland und die Schweiz: „So schaffen wir bereits am Regal einen spürbaren Mehrwert durch Transparenz und relevante Inhalte.“

Der Hersteller setzt für seine Marke 8X4 die QR-Codes bereits seit dem vergangenen Jahr ein. Kunden können den Code, der auch für den Kassiervorgang genutzt werden kann, mit ihrem Smartphone einlesen. Sie erhalten dann direkten Zugang zu produktspezifischen Details. Der Hinweis ‚Scan me‘ auf der Verpackung soll Verbraucher entsprechend aktivieren. Beiersdorf will im Laufe des Jahres den Digital Link bei weiteren Marken ausrollen.

Handel und Industrie schaffen die Voraussetzungen

Der Digital Link funktioniert wie eine Weiche. Je nach Ort, Zeit oder Gerät, mit dem dieser gescannt wird, führt es den jeweiligen Nutzer zu unterschiedlichen Informationen. Dies kann an der Kasse der Preis sein oder für den Verbraucher wichtige Produkteigenschaften oder Anwendungshinweise.

Mercedes Schulze, Senior Manager Identification + Data Carrier der GS1 Germany nennt die Erfolgsfaktoren für das Projekt: „Der entscheidende Punkt ist das Zusammenspiel: Handel und Industrie schaffen gemeinsam die Voraussetzungen, damit Produktinformationen künftig einfacher, transparenter und standardisiert verfügbar werden – ohne, dass der Einkauf an der Kasse komplizierter wird.“

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Joachim Pinhammer

Joachim Pinhammer unterstützt als Retail Experte Handels- und Technologie-Unternehmen durch Beratung und Marketing-Expertise. Er war als Senior Analyst und Director Retail Technology bei der Analysten-Gruppe Planet Retail tätig. Davor war er als Director Marketing der Wincor Nixdorf AG (heute Diebold Nixdorf) verantwortlich für den internationalen Marketingauftritt der Retail Division des Unternehmens. Joachim Pinhammer ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen der Messe Düsseldorf (EuroShop und EuroCIS), des EHIs und anderen Branchen-Events. Er veröffentlicht Fachbeiträge in Magazinen und Online-Foren der Branche.

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