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Vusion stellt sich neu auf als Wegbereiter KI-nativer Stores

Auf der Big Show der NRF in New York City hat sich die VusionGroup vergangene Woche erstmals unter neuem Namen präsentiert. Sie heißt ab sofort schlicht Vusion. Mit der Umbenennung will der Spezialist für die Digitalisierung physischer Vertriebsstätten des Einzelhandels eine neue Ära einläuten: Statt wie bisher nur den ‚Connected Store‘ zu realisieren, will Vusion dem Handel nun den ‚AI-native Store‘ ermöglichen.

Ausgangspunkt der KI-Initiative des in Paris ansässigen Retail Technology-Anbieters mit französischen und österreichischen Wurzeln ist das KI-Enablement seiner EdgeSense-Plattform, die das Unternehmen bereits im Oktober vergangenen Jahres vorgestellt hat. Sie soll vor allem eins für die Prozesse in den Vertriebsstätten des Handels bringen: Die Nutzung von Erkenntnissen aus Daten in Echtzeit.

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EdgeSense ist im Kern jenes digitale Regal-System, das Walmart in Nordamerika und dm Drogeriemarkt in Europa einführen. Im Gegensatz zu klassischen elektronischen Regalpreisetiketten (ESLs) ermöglicht es präzise Geolokation und eine direkte, produktbezogene Kommunikation zu anderen Geräten wie Smartphones in den Händen von Mitarbeitern und Kunden des Handels. Die einzelnen Labels werden bei der EdgeSense-Technologie durch einen wiederaufladbaren Akku in der Regalschiene mit Strom versorgt, brauchen also selbst keine Batterien mehr.

Neue Dimension Spatial Intelligence

Durch die Öffnung der EdgeSense-Plattform, welche diese Hardware steuert, für KI-Anwendungen, will Vusion nun auch die bei Unternehmen wie Walmart und dm bereits installierten EdgeSense-Schienen für den Einsatz von Spatial Intelligence (Räumlicher Intelligenz) in Echtzeit ermöglichen. Ein Praxisbeispiel in Vertriebsstätten des Handels ist der Einsatz von digitalen Brillen, die dem Nutzer für seine spezifischen Konsumgewohnheiten geeignete, durch ihn zu kommissionierende oder falsch platzierte Produkte farblich hervorhebt.

„Durch die Zusammenführung von 3D-Ortung, Computer Vision und Natural Language Models ermöglicht EdgeSense AI physischen Umgebungen, Menschen und Produkte zu erkennen, zu interpretieren und dynamisch darauf zu reagieren – und läutet damit eine neue Ära des sensorintegrierten, GenAI-gestützten Einzelhandels ein“, erklärt Andreas Rössl, Group CTO von Vusion.

Operative Umsetzung in Echtzeit

Während Connected Stores vor allem Daten erfassen und mit Verzögerung bereitstellen, sollen KI-native Stores diese Informationen in Echtzeit interpretieren und direkt in operative Entscheidungen überführen. Vusion kombiniert dafür KI- und Datenfunktionen mit einer offenen Cloud-Plattform sowie intelligenten IoT-Geräten. Ziel ist es, Prozesse im Store kontinuierlich zu optimieren – von Preisgestaltung und Regalverfügbarkeit bis hin zu Personalunterstützung und Kundeninteraktion.

Entscheidungen sollen künftig nicht mehr verzögert oder manuell getroffen werden, sondern direkt auf Basis kontextbezogener Daten aus dem Store erfolgen. „Der Einzelhandel tritt in sein KI-natives und -intelligentes Zeitalter ein“, sagt Thierry Gadou, CEO von Vusion: „Vusion befähigt Einzelhandels-Unternehmen, Mitarbeiter, Markenartikel-Hersteller sowie Shopper und revolutioniert, wie Stores arbeiten, wie Entscheidungen getroffen werden und wie Einkaufserlebnisse entstehen.“

Räumliche Datenebene schafft Effizienz

Diese neue räumliche Datenebene ermöglicht Anwendungen, die über klassische Store-Analytik hinausgehen. KI-Systeme erhalten erstmals präzise Informationen darüber, wo sich Produkte, Kunden und Mitarbeiter befinden und was in ihrer Umgebung passiert. So können Kunden zum Beispiel nach einem Produkt fragen und werden nicht nur zum richtigen Regal geführt, sondern erhalten kontextbezogene Zusatzinformationen wie Angebote oder Rezeptvorschläge. Auch die Mitarbeiter profitierten von präziser Navigation, Priorisierung von Aufgaben und besserer Unterstützung bei Entscheidungen.

„Mit EdgeSense AI wird die physische Welt intelligent vernetzt“, sagt Roy Horgan, SEVP Strategy, Marketing und Communications bei Vusion: „Jahrelang lebte KI in der Cloud. Heute wird sie räumlich, greifbar und präsent und somit fähig, den Kontext jeder Interaktion im Markt zu verstehen.“

 

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Björn Weber

Björn Weber ist seit über 20 Jahren als Journalist, Analyst und Berater auf den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Bevor er die Agentur Fourspot gründete, bei der The Retail Optimiser erscheint, leitete er die internationale Analysten-Gruppe LZ Retailytics. Zuvor war er Research Director Retail Technology und Deutschlandchef von Planet Retail. Björn Weber war davor acht Jahre lang Redakteur für IT & Logistik-Themen der Lebensmittel Zeitung. Björn Weber ist Mitglied der Jury des Retail Technology Awards (Reta Europe) des EHIs. Er ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen des EHIs, der NRF, der Branchenmedien sowie des Consumer Goods Forums.

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