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Erste Online-Shops setzen Amazons KI-Shopping-Assistenten ein

Amazon bietet anderen Handelsunternehmen den Einsatz seines KI-Shopping-Assistenten auf ihrer Website an. Nun wird es spannend, wer tatsächlich so viel Vertrauen hat, dass er seine kritischsten Daten auf der Technologie des größten Wettbewerbers laufen lässt.

AWS bietet den Agentic Shopping Assistant als Lösung an, mit der Handelsunternehmen eigene dialogbasierte Einkaufsassistenten für ihre Shops bauen können. Die Technik stützt sich auf Erfahrungen aus Alexa for Shopping, dem Nachfolger von Rufus.

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Der neue Dienst soll Handelsunternehmen Architektur, Startcode und Unterstützung durch AWS-Experten liefern. Amazon verspricht, dass Unternehmen damit in Wochen statt Jahren eigene Einkaufsassistenten starten können. Im AWS Marketplace ist die Lösung bereits gelistet, Preise gibt AWS dort aber nur auf Anfrage heraus.

US Luxury Retailer Tapestry nutzt die Amazon Technologie

Die auf Edel-Handtaschen spezialisierte Vertriebslinie Kate Spade des US-amerikanischen Luxusmode-Konzerns Tapestry hat als erstes öffentlich genanntes Handelsunternehmen eine solche Anwendung gestartet. Die Muttergesellschaft Tapestry hat den Kate Spade AI Gift Concierge bereits Mitte April eingeführt. Der Assistent fragt nach Anlass, Beschenktem und Stil und schlägt daraus passende Produkte vor.

Amazon vermarktet den Dienst als Möglichkeit, die Kundenbeziehung im eigenen Shop zu halten. AWS schreibt, Handelsunternehmen könnten die Lösung mit eigenen Daten, Geschäftsregeln und ihrer Markenstimme verbinden. Jede Implementierung soll auf Sortiment, Zielgruppe und Einkaufsumgebung des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sein.

Höchst sensible Daten

Genau hier liegt aber die heikle Stelle des Angebots. Andere Handelsunternehmen dürften wenig Interesse daran haben, sensible Sortiments-, Kunden- oder Nachfrageinformationen bei einem derart dominanten Wettbewerber landen zu sehen. AWS erklärt zwar, Unternehmen behielten Kontrolle über Kundendaten, Kataloge und Geschäftsregeln. Öffentlich belastbare Details dazu, wie Amazon Retail und AWS diese Daten in diesem konkreten Produkt organisatorisch und technisch trennen, wurden aber nicht kommuniziert.

Die Sorge ist nicht abstrakt. TechCrunch hatte bereits im März berichtet, dass Amazon über Shop Direct Produktfeeds anderer Handelsunternehmen in seine Suche und in den damaligen Assistenten Rufus einbindet. Der Beitrag verwies darauf, dass solche Daten Amazon Hinweise auf gefragte Marken, Produkte und Preispunkte geben könnten.

Amazon argumentiert mit Größe und Tempo

Amazon verweist auf die eigene Skalierung als Verkaufsargument. Nach Unternehmensangaben haben im vergangenen Jahr mehr als 300 Millionen Kunden den Amazon-Shopping-Assistenten genutzt. Außerdem habe das Tool im Vorjahr fast 12 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Umsatz ausgelöst.

Für Handelsunternehmen entsteht damit ein Abwägungsproblem. Der AWS-Dienst kann den Aufbau eines eigenen KI-Assistenten beschleunigen und basiert auf Einkaufsdaten, die Amazon in großem Umfang gesammelt hat. Zugleich müssen Unternehmen entscheiden, ob sie ausgerechnet Amazon als technischen Partner für eine kundennahe KI-Schicht akzeptieren.

Erste Ergebnisse stehen noch aus

Nicht bekannt ist bislang, welche weiteren Unternehmen über Tapestrys Kate Spade hinaus das Produkt testen. Amazon spricht nur von zusätzlichen Retailern in der Testphase. Auch wurden die ersten KPIs von Kate Spade bislang nicht veröffentlicht.

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Björn Weber

Björn Weber ist seit über 20 Jahren als Journalist, Analyst und Berater auf den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Bevor er die Agentur Fourspot gründete, bei der The Retail Optimiser erscheint, leitete er die internationale Analysten-Gruppe LZ Retailytics. Zuvor war er Research Director Retail Technology und Deutschlandchef von Planet Retail. Björn Weber war davor acht Jahre lang Redakteur für IT & Logistik-Themen der Lebensmittel Zeitung. Björn Weber ist Mitglied der Jury des Retail Technology Awards (Reta Europe) des EHIs. Er ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen des EHIs, der NRF, der Branchenmedien sowie des Consumer Goods Forums.

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