Rewe Group will mit KI-Forschungsprojekt Tierwohl verbessern
Das Kompetenzzentrum Landwirtschaft der Rewe Group hat gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis ein KI-Forschungsprojekt zur Analyse des Tierwohlbefindens gestartet. Beiratsmitglied Max Esser-Geneschen hat das Projekt initiiert, welches die Möglichkeiten von Kamera- und Sensortechnologie in der Nutztierhaltung unter Praxisbedingungen untersuchen soll.
Die Kameratechnologie, die zur Erhebung und Analyse der Projektdaten eingesetzt wird, liefert das interdisziplinäre Startup VetVise. Spezialisten aus Tiermedizin, Agrarwirtschaft und IT hatten das Unternehmen im Herbst 2020 aus der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover heraus gegründet. VetVise zielt darauf, die Abläufe im Stall zu digitalisieren und dadurch zu optimieren.
Zu den weiteren Projektpartnern gehören Dr. Stefanie Retz vom Verbund Transformationsforschung Agrar Niedersachsen (trafo:agrar) der Universität Vechta, Prof. Dr. Diana Meemken von der Freien Universität Berlin sowie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT), vertreten durch Dr. Andreas Franzky und Prof. Dr. Thomas Blaha, der auch der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover angehört. Weitere Tierärzte beraten das Projekt. Als Schweinehalterin bringt Gesa Langenberg, Mitglied des Beirats des Kompetenzzentrums Landwirtschaft, ihre praktische Erfahrung ein.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit soll Praxistauglichkeit sichern
Von Beginn an soll der enge Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicherstellen. Zunächst werden ausgewählte Pilotbetriebe der Schweine- und Geflügelhaltung die Technik erproben. Die Projektpartner wollen dadurch untersuchen, welchen konkreten Mehrwert die Technologie für Tierwohl und die praktische Arbeit auf den Höfen leisten kann.
Durch den interdisziplinären Ansatz lasse sich fundiert bewerten, welchen Beitrag KI für Tiergesundheit leisten kann, ordnet Prof. Thomas Blaha die Bedeutung des Vorhabens für die Praxis ein und erklärt: „Wenn es gelingt, Veränderungen im Verhalten von Tieren früher zu erkennen, können wir schneller reagieren und gezielter handeln.“
Verantwortung bleibt beim Menschen
Der Einsatz von KI soll Landwirte dabei unterstützen, Wohlbefinden und Gesundheit der Nutztiere kontinuierlich im Blick zu behalten. Das systematische Erfassen von Daten soll zusätzliche Erkenntnisse liefern und Auffälligkeiten frühzeitig sichtbar machen. Max Esser-Geneschen ist überzeugt, dass der Einsatz von KI die Chance eröffnet, Tiere und ihre Bedürfnisse noch besser zu verstehen. Er erläutert: „Wenn wir die Technologie verantwortungsvoll einsetzen, können wir Tierwohl und Tiergesundheit auf ein neues Niveau heben und gleichzeitig Landwirte bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.“
Das Projekt will Potenziale und Grenzen KI-basierter Analysen unter Praxisbedingungen wissenschaftlich einordnen und belastbare Erkenntnisse für den zukünftigen Einsatz in der Nutztierhaltung gewinnen. Es soll dazu beitragen, datenbasierte Ansätze im Bereich Tierwohl und -gesundheit weiterzuentwickeln. Die Verantwortung für das Wohlbefinden der Tiere bleibe dabei jedoch jederzeit beim Menschen.



