Edeka Gruppe bleibt SSI Schäfer für die Lagersteuerung treu
Nach zwei Piloten, die den Umstieg der Edeka Gruppe auf die Software K.Motion von Infios (Körber-Gruppe) für die Lagerverwaltung vorbereiten sollten, ist das Thema wieder vom Tisch. Nach Informationen des Retail Optimisers hat sich Deutschlands größte Lebensmittel-Handelsgruppe nun entschieden, doch bei SSI Schäfer als Hauptlieferant von Lagerverwaltungs-Systemen zu bleiben.
Zudem möchte sich die Gruppe auch mit der Robotik-basierten automatischen Kommissionierung von SSI Schäfer beschäftigen – und das familiengeführte Unternehmen aus dem Siegerland gegebenenfalls zum zweiten Lieferanten automatisierter Lager neben Witron machen.
Wie in vielen anderen Bereichen der Edeka Gemeinschaft ist auch im Bereich Lagerverwaltungs-Systeme nicht nur ein Software-Hersteller Lieferant der Gruppe. Allerdings läuft in den meisten Vollsortiments-Verteilzentren, in denen die Ladungsträger für die Vertriebsstätten manuell gepackt werden, das System Wamas von SSI Schäfer. Insgesamt dürften es über 50 Edeka Logistik-Standorte sein, die mit Wamas gesteuert werden.
Vollautomatisierung bisher nur mit Witron
Alle automatisierten Vollsortiments-Verteilzentren der Gruppe werden Stand heute durchgängig von Witron gesteuert. Die Edeka Rhein-Ruhr war europaweit Vorreiterin in Sachen Vollautomatisierung von Lebensmittel-Verteilzentren: Das mit Witron automatisierte Lager in Hamm war bei seiner in Betriebnahme im Jahr 2006 das erste seiner Art im deutschen Handel. Inzwischen betreibt die Gruppe sieben Witron-automatisierte Lager: Hamm und Oberhausen (Edeka Rhein-Ruhr), Landsberg (Edeka Südbayern), Zarrentin und Neumünster (Edeka Nord) sowie Berbersdorf und Marktredwitz (Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen). Ein achtes mit Witron vollautomatisertes Lager ist Edeka Hessenring in Melsungen am Bauen.
SSI Schäfer und Witron sind und werden auch weiterhin die Hauptlieferanten für die Lagersteuerung der Edeka-Gruppe bleiben, die mit Hochdruck daran arbeitet, ihre Systeme noch stärker über alle Regionalgesellschaften zu homogenisieren. Bei besonderen Lagern, wie dem Verteilzentrum für Fleisch und Fleischprodukte der Edeka Nord in Lüttow-Valluhn, gibt es Ausnahmen. So setzt die Edeka Nord dort beim Packen von Mehrweg-Transport-Kisten auf Automatisierung durch den österreichischen Spezialisten Knapp.
Spezielles Wamas für Edeka Gruppe denkbar
Die Edeka Gruppe hatte bereits entschieden, ihren Hauptlieferanten SSI Schäfer komplett durch Infios (Körber) zu ersetzen. Diese Entscheidung wurde nach Informationen des Retail Optimisers nun durch die Gremien der Edeka IT gekippt. Die Tests an den zwei Lager-Standorten mit dem System aus der Körber-Gruppe hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, der den Mammut-Umstieg für die ganze Gruppe und die damit verbundenen Kosten gerechtfertigt hätte, heißt es in den Edeka Regionen.
Mit SSI Schäfer schließt die Edeka IT derzeit eine Entwicklungs-Partnerschaft, die sicherstellen soll, dass die Anforderungen der Gruppe bei der Weiterentwicklung von Wamas stets berücksichtigt werden. Denkbar sei auch, dass die Partner gemeinsam eine spezifische Variante von Wamas für die Edeka Gruppe entwickeln, die schlanker werde, weil Funktionen für andere Branchen weggelassen und nur die Edeka-Anforderungen darin enthalten sein sollen.
Rewe International setzt auf Infios der Körber-Gruppe
Zu den Kunden von Infios (Körber) zählt das Möbelhaus Poco und die Rewe International (Billa) mit 40 Logistikstandorten in Österreich und Osteuropa. Der Retail Optimiser berichtete. Auch dm Drogeriemarkt betreibt einzelne Verteilzentren mit der Körber-Lösung, hat aber an Standorten mit höherem Automatisierungs-Grad auch andere Lösungen im Einsatz. Rossmann setzt in seinem polnischen Lager in Pyskowice auf Infios der Körber-Gruppe.
Im März 2025 wurde ‚Körber Supply Chain Software‘ in Infios umbenannt. Körber hatte 2014 die deutsche Inconso übernommen, einen etablierten Anbieter von Warehouse-Management- und Supply-Chain-Execution-Software. 2017 kam außerdem Highjump Software hinzu. Ab 2020 bündelte Körber diese und weitere Lösungen unter Körber Supply Chain. 2021 wurde gemeinsam mit KKR das Joint Venture Körber Supply Chain Software geschaffen.



