Rolf Schumann verlässt Schwarz Digits
Die Schwarz Gruppe und einer der Co-CEOs von Schwarz Digits gehen sich mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Rolf Schumann hat das Unternehmen nach sieben Jahren verlassen. Christian Müller, bisher ebenfalls Co-CEO, übernimmt die alleinige Gesamtverantwortung für die Digitalsparte der Schwarz Gruppe.
Das Unternehmen teilt mit, Rolf Schumann gehe „in bestem gegenseitigem Einvernehmen“. Einen konkreten Grund für den Weggang nennt die Schwarz Gruppe nicht. Der Handelsriese erklärt lediglich, die gebündelte Gesamtverantwortung führe den strategischen Fokus der Sparte fort. Seit März 2026 bündelt die Schwarz Digits alle seine Einheiten unter einer einheitlichen Marke. Die Schwarz Gruppe will damit die Stärken der Sparte enger verzahnen.
Rolf Schumann kam 2019 als Chief Digital Officer zur Schwarz Gruppe und wurde 2020 in den Vorstand berufen. Gemeinsam mit Christian Müller, damals IT-Vorstand, trieb er die Digitalisierung des Unternehmens voran.
Kundenbindung-Programme wichtiger Meilenstein
Die Schwarz Gruppe nennt Lidl Plus und Kaufland Card als wichtige Meilensteine dieser Zusammenarbeit. Die Kundenbindungs-Programme sind international ausgerollt worden und werden heute von mehr als 100 Millionen Kunden genutzt. Außerdem verweist das Unternehmen auf die Akquisition und Integration von XM Cyber und Investitionen in KI.
Unter der gemeinsamen Verantwortung von Rolf Schumann Christian Müller hat die Schwarz Gruppe versucht, sich auch als Anbieter von IT für andere Konzerne zu etablieren mit dem Ziel der digitalen Unabhängigkeit Europas. Dazu haben die beiden Co-CEOs enge Bande auch zur Politik geknüpft und sind auch persönlich in Anzeigen-Kampagnen aufgetreten.
Teure Akquisitionen
Die Schwarz Gruppe dank Rolf Schumann ausdrücklich für seine Arbeit. Gerd Chrzankowski, Komplementär der Unternehmen der Schwarz Gruppe erklärt: „Wir danken Rolf Schumann für seine herausragende Leistung in den letzten sieben Jahren. Die Doppelspitze hat hervorragende Arbeit geleistet. Christian Müller wird das gemeinsam aufgebaute Fundament perfekt nutzen, um Schwarz Digits in die nächste Wachstumsphase zu führen.“
Laut der Lebensmittel Zeitung gab es intern jedoch auch Kritik an hochpreisigen Akquisitionen. Dem Bericht zufolge sind weit mehr als 1 Milliarde Euro in Zukäufe geflossen, während die Schwarz Gruppe mehrere Milliarden Euro in den Ausbau der Sparte investiert habe. Die Zahlen könnten bezüglich des Vertriebs von IT an externe Unternehmen jedoch bisher nicht überzeugen, bestätigen Insider gegenüber der Lebensmittel Zeitung.



