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Edeka Südwest testet Smart Shopper von KBST

Die Edeka Regionalgesellschaft Südwest testet im E-Center Gundelfingen eine alternative Methode des Self-Scannings. Unter dem Namen Smart Shopper stellt der Markt 20 Einkaufswagen bereit, die mit einem Display und Handscanner ausgestattetet sind. Hiermit erfassen Kunden ihre Einkäufe direkt am Regal. Das Display in Tablet-Größe gibt ihnen umfassende Informationen zu den Produkten und Transparenz über die Gesamtsumme des Einkaufs. Für den Bezahlvorgang muss der Kunde die Artikel nicht mehr auf das Kassenband legen. Er kann diese bereits während des Einkaufs in die Einkaufstasche packen. Sensoren prüfen, ob alle Artikel erfasst wurden. Er zahlt dann an einer der bedienten Kassen oder bargeldlos am Self-Checkout-Terminal.

Die Edeka Südwest möchte den Hersteller des Smart Shoppers nicht nennen. Es handelt sich aber offensichtlich um die Scanbox des Start-up Unternehmens KBST aus Kaufungen, die auch beim Edeka Einzelhändler Aschoff in Kassel bereits seit mehr als zwei Jahren im Einsatz ist. In Zusammenarbeit mit einem Dienstleister integrierte die IT-Abteilung der Edeka Südwest das System jetzt in die GK Kassenumgebung und die SAP-Warenwirtschaft.

Bequemer und besser informiert einkaufen

Mit dem System möchte die Edeka Südwest Kunden einen schnelleren und bequemeren Einkauf bieten. Während der Kunde über das großflächige Display stets umfassend über seinen Einkauf informiert bleibt, bietet dies dem Händler vielfältige Möglichkeiten der Kundenansprache.

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Auch in anderen Regionen erprobt Edeka intelligente Einkaufswagen im Live-Betrieb. Edeka Einzelhändler Aschoff in Kassel implementierte als erster die KBST Scanbox. Zur Kontrolle der eingelegten Artikel verfügt die Scanbox dort über ein Wäge-Modul, das oberhalb der Räder in den Einkaufswagen eingebaut ist. Mittels künstlicher Intelligenz vergleicht das System Gewicht der eingescannten Artikel mit dem in den Stammdaten hinterlegten Werten.

Die Edeka Minden Hannover hat sich für einen smarten Einkaufswagen des Herstellers Pentland Firth entschieden. Auch dessen Easyshopper arbeitet mit einer eingebauten Waage. Zusätzlich verfügt er über eine Kamera. Derzeit können Kunden dieses System in etwa 40 Edeka Filialen nutzen. Schwerpunktmäßig Regiebetriebe, aber auch einige Selbstständige bieten den Service an.

In Zukunft ohne Scannen

Edeka Südwest hat nach Aussagen des IT-Projektleiters Daniel Wenzl bereits viele positive Kundenrückmeldungen zum Smart Shopper erhalten. Die Regionalgesellschaft plant bereits den nächsten Schritt. Kunden sollen zukünftig weitestgehend ohne Scannen auskommen. Eine eingebaute Kamera soll dann die Artikel erfassen. Der Scanner wird dann nur noch in Ausnahmefällen, wie an der Bedientheke zum Einsatz kommen. Diese Lösung soll noch in diesem Jahr pilotiert werden.

Auch bei positiver Kundenresonanz werden die intelligenten Einkaufswagen wohl nicht in großer Zahl und Breite zum Einsatz kommen. Dafür ist die Technik zu aufwendig und sind die Kosten zu hoch. Für den Wocheneinkauf in größeren Filialen könnten sie sich allerdings als sinnvolle Ergänzung zum Self-Checkout erweisen.

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Joachim Pinhammer

Joachim Pinhammer unterstützt als Retail Experte Handels- und Technologie-Unternehmen durch Beratung und Marketing-Expertise. Er war als Senior Analyst und Director Retail Technology bei der Analysten-Gruppe Planet Retail tätig. Davor war er als Director Marketing der Wincor Nixdorf AG (heute Diebold Nixdorf) verantwortlich für den internationalen Marketingauftritt der Retail Division des Unternehmens. Joachim Pinhammer ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen der Messe Düsseldorf (EuroShop und EuroCIS), des EHIs und anderen Branchen-Events. Er veröffentlicht Fachbeiträge in Magazinen und Online-Foren der Branche.

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