Jumbo will Online-Kunden mit eigenem KI-Agenten unterstützen
Jumbo hat ein Pilotprojekt mit agentischer KI gestartet. Der niederländische Supermarkt-Betreiber will mit einem eigenen KI-Agenten Online-Kunden beim Einkauf unterstützen. Das Tool soll Shopper inspirieren und sie dabei unterstützen, ihren Warenkorb zusammenzustellen. Das berichtet das niederländische Fachmagazin Distrifood.
Verantwortlich für das Projekt bei Jumbo sind Kevin Rasenberg, Head of E-Commerce, und Niels Nijdam, Head of Store Technology, Data and AI. Ihre Aufgabe sei es, langfristig im gesamten Unternehmen Anwendungsbereiche für agentische KI zu erschließen. In einem ersten Schritt hat das Team begonnen, den Einsatz eines KI-Agenten für den Online-Einkauf zu testen. Dieser solle Kunden dabei helfen, ihren Warenkorb zusammenzustellen.
Derzeit teste Jumbo den ‘Agentic Shopping Assistant‚ in seinem ‚Friends and Family‚-Panel, dem nur einige Dutzend Personen angehören. In Kürze werde auch das Jumbo-Online-Testpanel mit rund 10.000 Mitgliedern diese Funktion nutzen können. „Dieses Pilotprojekt ist derzeit noch sehr stark auf Inspiration und den ersten Schritt der Einkaufsunterstützung ausgerichtet“, erklärt Kevin Rasenberg im Gespräch mit Distrifood. Solle das Pilotprojekt erfolgreich sein, werde der Umfang möglicherweise erweitert.
Kunden gewöhnen sich an Conversational Shopping
Die Jumbo Test-Kunden können sich über eine Chat-Funktion mit dem KI-Agenten über ihre Einkäufe unterhalten. Zum Beispiel nach Inspirationen für einen bestimmten Anlass oder zu Rezepten fragen. Dabei können sie ihre Vorlieben oder diätische Einschränkungen angeben und sich beispielsweise ausschließlich Bio-, vegetarische oder glutenfreie Produkte wünschen. Die vorgeschlagenen Produkte können sie dann mit einem Klick in den Warenkorb laden.
„Kunden gewöhnen sich zunehmend an das Conversational Shopping auf KI-Plattformen“, erläutert Kevin Rasenberg. Das veränderte Kundenverhalten habe Jumbo deutlich gemacht, dass das Unternehmen schnell handeln müsse. Die Zahl der Besuche von Agenten auf ihrer Plattform begänne langsam zu steigen. Deshalb setze Jumbo verstärkt auf agentische KI.
Chance zum Lernen
Zunächst arbeite Jumbo an einem eigenen Chatbot für seine Website. Dieser müsse dieselben Rahmenbedingungen durchlaufen wie ein externer Chatbot, erklärt Niels Nijdam: „Wir müssen unsere Plattform zunächst für unseren eigenen Chatbot öffnen, danach können wir sie problemlos für externe öffnen. Dieser Schritt hilft uns, dafür die Grundlage zu schaffen.“
Jumbo sehe in dem Pilotprojekt weiterhin eine Chance zu lernen, wie Agentic AI auch interne Prozesse unterstützen könne. Kevin Rasenberg nennt beispielsweise Mitarbeiter in den Filialen und Distributionszentren: „Wie können wir ihnen schneller die Antworten liefern, die sie benötigen?“ Niels Nijdam verweist unter anderem auf die Effizienz bei der Warenversorgung der Filialen. Neue Mitarbeiter könnten vielleicht bald einen KI-Agenten für ihre Fragen nutzen, anstatt ein umfangreiches Betriebshandbuch durchzuarbeiten.
Abhängigkeit von einzelnen Technologie-Anbietern vermeiden
Die Projekt-Verantwortlichen geben keine Auskunft über mögliche Technologiepartner in dem Projekt, betonen aber, dass sie bewusst für jeden Anwendungsfall die am besten geeignete Plattform auswählten. Sie richteten es so ein, dass sie flexibel blieben und nicht von einem einzigen Anbieter abhängig werden. Je nach Problemstellung wählten wir das, was zu diesem Zeitpunkt für den Kunden am besten funktioniere. Dahinter stecke ein größeres Ziel: der Ausbau der technischen Kompetenzen innerhalb von Jumbo. „Wir glauben daran, eine Technikabteilung aufzubauen, die wirklich versteht, was der Kunde will“, sagt Niels Nijdam.



