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Carrefour kennzeichnet über 50 Eigenmarken mit GS1 QR-Codes

Das französische Einzelhandels-Unternehmen Carrefour führt in seinem Eigenmarkensortiment QR-Codes nach dem GS1 Digital Link-Standard ein. Bislang sind 50 Produkte aus verschiedenen Kategorien wie Babynahrung, Wein, Bio-Produkte oder regionale kulinarische Spezialitäten mit den QR-Codes der neuen Generation versehen. Es wird erwartet, dass die Zahl der Produkte in den kommenden Monaten weiter steigen wird.

Die Initiative ist Teil eines branchenweiten Übergangs von den traditionellen GTIN-12- und EAN-13-Barcodes hin zu zweidimensionalen QR-Codes der nächsten Generation, die auf dem GS1 Digital Link-Standard basieren. Ähnlich wie andere Retailer weltweit testet Carrefour derzeit diese Technologie, um sicherzustellen, dass QR-Codes bis Ende 2027 an der Kasse mit derselben Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit gescannt werden können wie herkömmliche Barcodes.

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Die neuen QR-Codes erweitern den Umfang und die Art der Informationen, die mit einem Artikel verknüpft werden können, sodass deutlich umfangreichere Produktinformationen, Rückverfolgbarkeit und digitale Funktionen zur Verfügung stehen. „Dies eröffnet konkrete Verbesserungen für unsere Kunden sowie für unsere Store- und Logistikteams“, erklärt Miguel Ángel González Gisbert, Chief Digital Officer bei Carrefour.

Ein QR-Code, vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Ein einziger QR-Code kann je nach Scangerät dynamisch unterschiedliche Informationsebenen bereitstellen. Derselbe Code kann Verbraucher, Verkaufspersonal, Lagerarbeiter oder Kassensysteme zu völlig unterschiedlichen Datensätzen weiterleiten. Die angezeigten Informationen können zudem je nach Ort und Zeitpunkt des Scans angepasst werden.

Für den Einzelhandel liefern GS1-konforme QR-Codes wertvolle Betriebsdaten, darunter Chargennummern, Verfallsdaten und Informationen zur Rückverfolgbarkeit. Dies trägt zu einer effizienteren Bestandsverwaltung und zu einer optimierten Abwicklung von Produktrückrufen bei. Lieferanten profitieren von einer direkten Interaktion mit den Kunden vor Ort oder nach dem Kauf, was neue Marketing-Möglichkeiten eröffnet.

Große Vorteile, viele Hürden

Für Verbraucher, die sich aktiv mit Produktinformationen auseinandersetzen, könnte die Technologie einen leichteren Zugang zu Angaben zu Herkunft, Nährwerten und Allergenen ermöglichen. Nicht zuletzt wird der neue Standard den Behörden die Überprüfung und Kontrolle der Konformität und Rückverfolgbarkeit von Produkten ermöglichen. Ab 2027 wird der neue digitale Produktpass für bestimmte Produktkategorien (wie Bekleidung und Heimtextilien) in der gesamten EU vorgeschrieben sein.

Die Umstellung auf die neuen QR-Codes ist für den Einzelhandel mit erheblichen Software- und Hardware-Upgrades verbunden, wie beispielsweise kamerabasierte Scanner oder hochauflösende Drucker. Mit diesen können einzelne QR-Codes auf die Verpackungen von im Store zubereiteten Produkten aufgebracht werden. Zwar sind die Vorteile zahlreich, doch gehen sie mit einer erheblichen Datenkomplexität und hohen Investitionen einher, was für kleinere Lieferanten und Retailer zusätzliche Hürden mit sich bringt.

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Gildas Aïtamer

Gildas Aïtamer hat in den letzten zehn Jahren bei verschiedenen Beratungsunternehmen die europäische Einzelhandelsbranche analysiert. Seine Expertise liegt in der Sammlung und Analyse von qualitativen und quantitativen Daten, um umsetzbare Erkenntnisse zu ermitteln. Seine unabhängige Perspektive auf laufende Trends, sein Wissen und seine Einschätzung von Marktchancen machten ihn zu einem geschätzten Berater für Unternehmen der Finanz- und FMCG-Branche, die sich über die Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel auf dem Laufenden halten möchten.

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