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Zweiter Tesco Store mit Trigo-Technologie wird ein Hybrid

Der britische Lebensmittel-Einzelhändler Tesco wird einen zweiten Markt mit EasyOut-Technologie von Trigo eröffnen, berichtet The Grocer. Die Technologie des israelischen Startups ermöglicht einen völlig kassenlosen Betrieb. Allerdings wird der neue Store, in der Londoner Chiswell Street auch Self-Checkout-Systeme bereitstellen. Kunden haben so die Wahl zwischen einem völlig autonomen Einkauf und dem Scannen und Zahlen am Selbstbedienungs-Terminal. Tesco hat noch kein Datum für die Inbetriebnahme der neuen Filiale genannt.

Unter dem Namen GetGo eröffnete Tesco im Oktober vergangenen Jahres einen ersten bedienerlosen Convenience-Store in der Londoner High Holborne Street. Dieser nutzt Technologie von Trigo, die Tesco vorher bereits in einer nur Mitarbeitern zugänglichen Filiale auf ihrem Campus in Welwyn Garden City erprobt hatte. Zugang zur bestehenden GetGo Filiale erhalten ausschließlich Nutzer der Tesco App. Im neuen Hybrid-Store werden auch Verbraucher ohne die App einkaufen können. So will der Händler mehr Kunden an das neue Konzept heranführen.

Hybrid-Technologie eröffnet neue Chancen

Mit der Möglichkeit ohne Scanning mittels App oder alternativ mit Checkout an selbst-bedienten oder traditionellen Kassen einkaufen zu können, erreichen Händler deutlich mehr Kunden. Auch anfangs eher skeptische Verbraucher können am Beispiel anderer erleben, wie schnell und einfach der Einkauf mit der neuen Technologie sein kann. So werden sich erwartungsgemäß mehr Kunden für das autonome Shopping via App entscheiden.

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Händlern ermöglicht das Hybrid-Modell auch größere Märkte mit Vision Recognition Technologie zu betreiben. Offensichtlich soll der Zugang dabei nicht auf Technik affine Zielgruppen beschränkt werden. Andere Trigo-Anwender wie Rewe in Köln und Berlin oder der Netto-Markt in München hatten bereits hybride Konzepte implementiert; der Retail Optimiser berichtete.

Der neue Store mit Trigo-Technologie in der Londoner Chiswell Street wird auch Self-Checkout-Systeme bereitstellen. (Foto: Tesco/Parsons Media)
Der neue Store mit Trigo-Technologie in der Londoner Chiswell Street wird auch Self-Checkout-Systeme bereitstellen. (Foto: Tesco/Parsons Media)

Beim Einkaufen ohne Scanning und Checkout wertet das Trigo-System mittels künstlicher Intelligenz die Daten einer Vielzahl von im Verkaufsraum verteilten Kameras und Gewichts-Sensoren in den Regalböden aus. Es erkennt so, welcher Kunde welches Produkt entnimmt oder auch wieder zurückstellt. Dabei werden nach Angaben des Technologieanbieters keine biometrischen Daten erfasst oder Gesichtserkennung eingesetzt.

Der zu zahlende Betrag wird über das in der App hinterlegte Zahlungsmittel abgebucht. Derzeit ist die Trigo-Software noch nicht in der Lage, den Warenkorb in Echtzeit abzubilden. Der Kunde erhält nach dem Einkauf einen digitalen Kassenbon auf seinem Smartphone. Wie der Retail Optimiser berichtete, hatte zuletzt Discounter Aldi Nord in Utrecht einen komplett kassenlosen Markt mit Trigo-Technologie eröffnet.

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Joachim Pinhammer

Joachim Pinhammer unterstützt als Retail Experte Handels- und Technologie-Unternehmen durch Beratung und Marketing-Expertise. Er war als Senior Analyst und Director Retail Technology bei der Analysten-Gruppe Planet Retail tätig. Davor war er als Director Marketing der Wincor Nixdorf AG (heute Diebold Nixdorf) verantwortlich für den internationalen Marketingauftritt der Retail Division des Unternehmens. Joachim Pinhammer ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen der Messe Düsseldorf (EuroShop und EuroCIS), des EHIs und anderen Branchen-Events. Er veröffentlicht Fachbeiträge in Magazinen und Online-Foren der Branche.

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