Teguts Smart Retail Solutions geht an Edeka Zentrale
Das Ende von Tegut ist vertraglich beschlossen, berichtet die Neue Züricher Zeitung heute als erste. Eigentümerin Migros Zürich möchte kein weiteres Geld in das defizitäre Handelsunternehmen pumpen. Allein im vergangenen Jahr musste sie 270 Millionen Euro für Tegut abschreiben, insgesamt koste der Rückzug bis zu 600 Millionen Euro heißt es in den Schweizer Medien.
Die 298 Vertriebsstätten des Fuldaer Regionalisten gehen nach Informationen der Lebensmittel Zeitung zum größeren Teil an die Edeka Regionen Hessenring, Südwest, Südbayern und Nordbayern. Einen kleineren Teil wird die Rewe Group übernehmen. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Für die Edeka-Gruppe ist die Übernahme zumindest eine Chance, mehr Präsenz im Rewe-dominierten Rhein-Main-Gebiet und in Osthessen zu zeigen.
Die Filialen werden auf die IT-Systeme und Prozesse der neuen Betreiber umgestellt werden, auch die Marke Tegut wird verschwinden. So wie die derzeit auch die Edeka-Gruppe arbeitet Tegut mit GK an den Kassen und einem SAP-System für die Warenwirtschaft.
Prognose von Preis und Menge aus einem Guss
In einem Vorzeige-Projekt gehörte Tegut zu den ersten Unternehmen, die Preis- und Bestandsoptimierung aus einem Guss angegangen sind, und zwar durch das Zusammenspiel von Relex für die Mengen und Competera für die Preise. Spannend dürfte sein, ob dieser vielversprechende Ansatz auch bei der Edeka Anklang findet, welche entschieden hat, Relex statt SAP für die automatische Disposition einzusetzen.
Die viel beachteten Mini-Stores, die Tegut weitegehend autonom unter dem Namen Teo betrieben hat, gehen samt ihrer Betreibergesellschaft Smart Retail Solutions an die Edeka Zentrale. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Edeka Gruppe dieses Format weiter optimieren und ausbauen wird, um sowohl in strukturschwachen Gebieten in ganz Deutschland Lebensmittel anbieten zu können als auch Rund-um-die-Uhr geöffnete Convenience Stores dort zu betreiben, wo es rechtlich möglich ist.
Franchise-System Teo bereichert Edeka-Gruppe
Teo gibt es mittlerweile über 42 mal in Deutschland, teilweise freistehend in der typischen Tinyhouse-Bauweise, teilweise aber auch in Bestandsimmobilen. Migros hat Teo zudem auch in die Schweiz gebracht – der Retail Optimiser berichtete.
Ziel der Smart Retail Solutions war es von Anfang an, die autonome Tiny-Stores mit Franchise-Nehmern auch außerhalb der Tegut-Welt zu betreiben. Im Branding ihrer Teos ist die Smart Retail Solutions schon vor einiger Zeit von ihrem bisherigen Eigentümer Tegut bereits abgerückt: Statt Tegut-Orange schmückt inzwischen alle Teos ein Mint-Blau, was sich allerdings auch mit dem Blau der Edeka beißt.
Einen guten Einblick in die neuen Teos mit zahlreichen Bildern findet man im Supermarktblog.



