Aldi Süd sourced aus und baut Aldi DX massiv zurück
Aldi Süd hat angekündigt, bis Ende 2027 rund 1.250 Stellen im Bereich Aldi International Services abzubauen. Der größte Teil davon entfällt auf die internationale IT- und Digitaleinheit Aldi DX in Mülheim an der Ruhr. Der Aldi Süd IT-Bereich war mit dem Ziel, im Rahmen des Projektes ‚Ahead‘ eine einheitliche Applikations-Landschaft über alle Länder hinweg zu schaffen, erst in den vergangenen Jahren zu einer gigantischen Größe von rund 3.900 Mitarbeitern aufgeblasen worden.
Im Herbst vergangenen Jahres hatte sich Aldi Süd dann neu orientiert. Statt des Inhouse-Kurses stehen die Segel seither auf Outsourcing: Die Zusammenarbeit mit den indischen Tata Consultancy Services (TCS) wurde deutlich ausgebaut. Zahlreiche Infrastruktur- und Application-Services vieler Landeseinheiten des Discounters sollen nun von Tata übernommen werden.
Aldi Süd hatte in den vergangenen Jahren auch im Wettbewerb mit Haupt-Widersacher Lidl um IT-Kräfte massiv in das Recruiting und die Einstellung von Informatikern aller Fachrichtungen investiert. Doch die schmerzhaften Erfahrungen auch der Schwester Aldi Nord mit den schwierigen SAP Retail-Projekten – der Retail Optimiser berichtete – hat gezeigt, dass viele Köche nicht immer den besten Brei kochen. Insbesondere dann, wenn extrem viele Jobstarter unter den zahlreichen neuen Mitarbeitern sind. Universitäts-Wissen ersetzt Berufs-Erfahrung nicht, und zu viel Komplexität in der Mitarbeiter-Organisation schadet dem Bau solider Warenwirtschafts-Architekturen eher, als dass sie nützt.
Aus riesigem Aufbau wird riesiger Rückbau
Der Discounter hat nun den tiefen Einschnitt in seinem IT-Bereich offiziell bestätigt, den er erst vor kurzer Zeit als Treiber seiner digitalen Zukunft massiv auf- und ausgebaut hatte. Das Unternehmen hat den Schritt nach Angaben der Lebensmittel Zeitung mit der Optimierung von Prozessen und Strukturen begründet. Dafür will Aldi Süd erstmals in diesem Bereich ein Programm zum freiwilligen Ausstieg auflegen. Betriebsbedingte Kündigungen hat das Unternehmen bisher offenbar nicht ausgesprochen.
Der harte Schnitt fällt auch deshalb auf, weil Aldi Süd Aldi DX erst im November 2024 als neue Dachmarke für seine internationale IT positioniert hatte. Der Retail Optimiser berichtete. Auf der Karrierewebsite beschreibt Aldi DX die Einheit als Organisation mit eben diesen 3.900 IT-Beschäftigten, die digitale Produkte und Dienstleistungen für elf Länder und mehr als 7.500 Filialen entwickelt.
Bündelung in Salzburg
Aldi Süd hatte parallel zum massiven Ausbau seiner IT seit 2023 eine stärkere internationale Holdingstruktur in Salzburg aufgebaut. Die Gruppe bündelt dort zunehmend übergreifende Aufgaben für die elf Landesgesellschaften. Weniger IT-Kräfte werden auch deshalb im Unternehmen gebraucht, weil Aldi Nord und Aldi Süd ihren gemeinsamen Onlineshop zum 30. September 2025 eingestellt hatten um sich wieder ganz auf das Kern-Sortiment und den stationären Handel zu konzentrieren.



