Salling Group setzt KI-Agenten von Google ein
In Zusammenarbeit mit Google hat die Salling Group ein Projekt im Bereich des agentischen Handels aufgesetzt. Das dänische Einzelhandelsunternehmen will Online-Kunden ihrer Vertriebslinien BK, Bilka und Salling bei der Auswahl passender Produkte künftig mit Googles KI-Assistenten Gemini unterstützen. Die Gruppe will so als erster dänischer Retailer die neue Technologie proaktiv einsetzen.
KI-Agenten werden zukünftig bei Suche und Auswahl von Produkten eine entscheidende Rolle spielen. Bereits heute befragen Verbraucher immer häufiger KI-Tools, wenn sie die passende Lösung für ihre Bedürfnisse finden wollen. Das verspricht schneller und einfacher zu einem Ergebnis zu kommen, als sich mit dem Browser durch mehrere Webseiten zu klicken. Deshalb beginnen Handelsunternehmen zunehmend, die Technologie zu testen. Jüngst startete der niederländische Supermarkt-Betreiber Jumbo ein Pilotprojekt mit agentischer KI. Der Retail Optimiser berichtete.
Die Salling Group will Gemini so in die Online-Shops ihrer Vertriebslinien BR, Salling und Bilka einbinden, dass Kunden, statt sich durch das Angebot zu scrollen, eine Unterhaltung mit dem KI-Assistenten beginnen. Dieser soll dann Ideen und Artikelvorschläge präsentieren. Auch Kauf und Bezahlung der Ware sollen später im selben Dialog abgeschlossen werden. Anders Hagh, CEO der Salling Group, will so den Einkauf für Kunden einfacher und besser gestalten. Er sieht in dem Projekt mit Google die Möglichkeit, für das Unternehmen eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Kundenreise von der Inspiration zum Checkout verkürzen
Die Gemini-Agenten sollen aufgrund des Kontextes und gemäß der über die Person bekannten Vorlieben personalisiert agieren, Nutzeranfragen verstehen und passende Artikel vorschlagen. Das bedeutet, die verfügbaren Produkte aufgrund personenbezogener Informationen in eine Rangfolge zu bringen. Anschließend sollen sie den Warenkorb der Kunden managen und den Checkout durchführen.
Damit die Antworten und Aktionen auf aktuellen Informationen beruhen, muss die Lösung auf Sallings Produktkatalog sowie Bestands- und Kundendaten zugreifen. Der Technologieanbieter stellt dazu die Integrationsplattform über die Google Cloud bereit und unterstützt bei Aufbau und Betrieb. Die Lösung verspricht Kunden eine einfachere Produktsuche per natürlicher Sprache und passende Vorschläge im Chat. Der Retailer erwartet schnellere Kaufabschlüsse durch direkte Verknüpfung der Empfehlung zu Warenkorb und Checkout.
Die Gruppe führt die Lösung stufenweise ein
Das Unternehmen plant, Gemini zuerst bei der Spielwaren-Vertriebslinie BR einzubinden. Dort soll die Lösung im Herbst dieses Jahres in den Live-Betrieb gehen. In der ersten Phase kann der Kunde den Kauf noch nicht direkt im Chat abschließen. Er wird dann über einen Link zum Online-Shop weitergeleitet, wo er über die bestehende Zahlungslösung den Einkauf beenden kann. Langfristig wollen die Projektpartner einen Zahlungsdienstleister anbinden und Checkout und Zahlung direkt in Gemini integrieren.
In weiteren Schritten plant die Gruppe, die Lösung auch bei den Salling Warenhäusern und den Bilka Verbrauchermärkten in Dänemark einzuführen. Einen Zeitplan für den weiteren Rollout hat das Unternehmen bisher nicht bekannt gegeben.



