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Instacart nimmt Caper Carts vom Markt

Instacart hat in dieser Woche angekündigt, die Entwicklung seines Smart-Trolleys Caper Cart einzustellen. Alle bisher ausgerollten Systeme – nach Angeben des Herstellers mehrere Tausend – sollen bis Ende März 2027 aus den Stores verschwinden. Der US-Technologieanbieter wolle seine Investitionen in Lösungen für den stationären Einzelhandel von Hardware auf Software verlagern. Instacart rechnet mit Kosten von 55 bis 80 Millionen US-Dollar für Entschädigungen an seine Kunden, Abschreibungen und Abfindungen an Mitarbeiter.

Zu den wichtigsten Anwendern der Caper Carts zählen Kroger, Shoprite, Schnucks und Wegmans in den USA sowie Coles in Australien. Auch Aldi Süd hatte das System einst bei Hofer in Österreich ausprobiert. Der Retail Optimiser berichtete. Zuletzt testete Morrisons im UK den intelligenten Einkaufswagen. Auch darüber schrieb der Retail Optimiser. Darüber hinaus zeigte Carrefour in Belgien Interesse an der Technologie.

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Instacart begründet den Schritt damit, dass die Akzeptanz der Technologie im Einzelhandel nicht schnell genug gewachsen sei, um weitere Investitionen zu rechtfertigen. Man wolle sich allerdings nicht vollständig aus Technologien für den stationären Handel zurückziehen, betont das Unternehmen. Man werde künftig stärker in die Entwicklung von Software sowie Daten- und KI-Lösungen für Retailer investieren.

Portfolio um Instore-Lösungen erweitert

Das ursprünglich als Lieferdienst und digitale Händlerplattform gestartete Unternehmen Instacart erweiterte im Jahr 2021 mit der Acquisition von Caper AI sein Portfolio um die KI-basierten Einkaufswagen sowie automatisierte Checkout-Technologien. Ein Jahr später übernahm es die Plattform Eversight für Preis- und Promotion-Optimierung. Zuletzt akquirierte das Unternehmen in diesem Jahr den Anbieter Arpalus, der auf Computer Vision und Shelf-Intelligence-Technologie zur Erfassung von Warenbeständen und Regalverfügbarkeit spezialisiert ist sowie das Unternehmen Instaleap, deren Lösung Handelsunternehmen bei der Kommissionierung von Online-Bestellungen in Stores unterstützt.

Mit seiner Storefront Pro Plattform stellt das Unternehmen bereits einige Funktionen bereit, die Kunden in Verkaufsstätten nutzen können. Diese sind unter anderem bei Aldi Süd in den USA im Einsatz. Der Retail Optimiser berichtete. Dies schafft die Voraussetzungen, dass Instacart möglicherweise künftig auch Self-Scanning via App auf dem Smartphone der Kunden anbieten könnte. Auch Scanless-Lösungen für den autonomen Store-Betrieb wären mittels der Arpalus-Technologie denkbar.

Mögliche Übernahme von Instacart

Ebenfalls in dieser Woche wurde bekannt, dass Verhandlungen zur Übernahme von Instacart durch den Wettbewerber Doordash weit fortgeschritten seien. Das Wall Street Journal berichtete von einer möglichen Einigung bereits in dieser Woche. Allerdings sei auch ein Ende der Verhandlungen ohne Ergebnis nicht auszuschließen. Die Gespräche sollen aufgenommen worden sein, nachdem Instacart eine Investmentbank mit der Prüfung strategischer Optionen beauftragt habe.

Auch Uber soll an ersten Gesprächen beteiligt gewesen sein, habe sich dann aber zurückgezogen. Schon im Jahr 2021 gab es Berichte zu einer möglichen Akquisition von Instacart durch Uber. Das Vorhaben soll seinerzeit wegen kartellrechtlicher Bedenken gescheitert sein.

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Joachim Pinhammer

Joachim Pinhammer unterstützt als Retail Experte Handels- und Technologie-Unternehmen durch Beratung und Marketing-Expertise. Er war als Senior Analyst und Director Retail Technology bei der Analysten-Gruppe Planet Retail tätig. Davor war er als Director Marketing der Wincor Nixdorf AG (heute Diebold Nixdorf) verantwortlich für den internationalen Marketingauftritt der Retail Division des Unternehmens. Joachim Pinhammer ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen der Messe Düsseldorf (EuroShop und EuroCIS), des EHIs und anderen Branchen-Events. Er veröffentlicht Fachbeiträge in Magazinen und Online-Foren der Branche.

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