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Migros Online glättet Personaleinsatz mit Relex

Der Online-Lebensmittelhandel der Schweizer Migros verzeichnete im zweiten Quartal 2020 einen Anstieg der Kundenaufträge um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Wir waren durchgängig über drei Wochen im Voraus ausgebucht“, berichtete Beat Marending, Leiter Warenbeschaffung der Migros Online auf dem deutschsprachigen ECR Tag, der diese Woche als reine Online-Konferenz mit über 800 Teilnehmern von der GS1 Germany veranstaltet wurde.

Was Migros Online am meisten zu schaffen machte, waren die sehr hohen Bestell-Peaks freitags und montags. Da die Warenanlieferung dank der Optimierung und Automatisierung der Bestellungen mit der KI-basierten-Lösung von Relex ebenfalls an den Tagen, an denen die Ware gebraucht wurde – eben freitags und montags – exorbitant zunahm, kämpfte Migros Online zwar nicht mit Knappheit der Ware, aber des Personals: „Da bei uns die gleichen Mitarbeiter angelieferte Ware verräumen und die Kommissionierung der Kundenaufträge durchführen, hatten wir an diesen Tagen stets zu wenig Personal, zwischen Dienstag und Donnerstag aber eine zu geringe Auslastung“, berichtet Beat Marending.

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Auf dem ECR Tag diese Woche zeigte er zusammen mit Dr. Timo Ala-Risku von Relex, wie Migros Online das Problem gemeinsam mit dem finnischen Optimierungs-Spezialisten angegangen ist. Der Einsatz von Relex im Online-Bereich der Migros ist nicht neu: Migros hatte sich mit ihrem damals noch als LeShop firmierenden Online-Handel bereits 2016 für die automatische Disposition mit Relex entschieden. Da Migros keinen Best-of-Breed-Ansatz in der IT fährt, sondern – sofern sinnvoll machbar – SAP oft den Vortritt gibt, war die Entscheidung damals eine kleine Sensation in der Handelstechnologie.

Belieferung intelligent von Nachfrage entkoppelt

Bislang wurde Relex bei Migros Online so eingesetzt, dass die Belieferung optimal auf die erwartete Nachfrage abgestimmt war – just in time. Um die Arbeitslast der Mitarbeiter nun aber gleichmäßiger über die Woche zu verteilen, arbeiteten die Experten von Relex gemeinsam mit Migros an einem sortimentsbezogenen Belieferungsmuster.

„Wir wollen in der Frische keine Kompromisse machen, daher haben wir hier nichts geändert“, erklärt Beat Marending. Der Kunde bekommt die Frische weiter so frisch wie möglich. Anders aber bei verschiedenen Sortimentsbausteinen des Trockensortiments. Hier parametrisierten die Partner die Software nicht nur so, dass diese jetzt an den Wochentagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag angeliefert werden, sondern auch seltener und in größeren Mengen. Und dies dennoch weiter exakt den zuverlässigen Prognosen aus der Relex-Plattform folgend – jedoch nun kumulierter.

 „Nun werden zu Beispiel Süßwaren nur noch einmal pro Woche angeliefert, Müsli dreimal pro Woche und Brot unverändert täglich“, erklärt Timo Ala-Risku von Relex. Durch die Sortiments-spezifische Bündelung der Nachfrage habe sich die Situation bei Migros Online erheblich verbessert. „Wir haben nun deutlich weniger Engpässe beim Personal“, freut sich Beat Marending.

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Björn Weber

Björn Weber ist seit über 20 Jahren als Journalist, Analyst und Berater auf den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Bevor er die Agentur Fourspot gründete, bei der The Retail Optimiser erscheint, leitete er die internationale Analysten-Gruppe LZ Retailytics. Zuvor war er Research Director Retail Technology und Deutschlandchef von Planet Retail. Björn Weber war davor acht Jahre lang Redakteur für IT & Logistik-Themen der Lebensmittel Zeitung. Björn Weber ist Mitglied der Jury des Retail Technology Awards (Reta Europe) des EHIs. Er ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen des EHIs, der NRF, der Branchenmedien sowie des Consumer Goods Forums.

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