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Obi erweitert Retail Media um Stelen in den Gängen mit Ben Hur

Obi wird 2600 Großflächen-Displays auf Stelen in den Gängen seiner Märkte aufstellen. Die ersten 1000 dieser 55-Zoll-Displays sollen bereits in diesem Jahr installiert werden – in den Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Liefern und in Betrieb nehmen darf die Stelen das auf große digitale Werbescreens spezialisierte Kölner Unternehmen Ben Hur. Im kommenden Jahr kommen dann auch die Franchise-Nehmer des Baumarkt-Betreibers und seine Auslandsmärkte jenseits der DACH-Region zum Zuge. In der Regel sollen in jedem Markt vier dieser Stelen aufgestellt werden.

„Wir erweitern damit unser Advertisement-Angebot für unsere Partner um einen weiteren wichtigen Touchpoint“, sagt Patricia Grundmann, Geschäftsführerin Obi Retail Media im Gespräch mit dem Retail Optimiser. Sie ist sehr zuversichtlich, dass das Angebot von Anfang an sehr gut gebucht werden wird durch die Partner des Baumarkt-Unternehmens. Zumal jeder Markt in Deutschland von durchschnittlich 8900 Menschen pro Woche besucht werde.

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Die neuen Stelen seien nicht nur dafür da, Ware zu bewerben, die physisch im Store verfügbar ist, sondern auch für Produkte wie Gartenhäuser, Garagen und Swimming-Pools, die der Kunde im Markt und online bestellen kann. Rund 20 Prozent aller Retail-Media-Kunden von Obi seien zudem Unternehmen, wie zum Beispiel Freizeitparks, die kein Warengeschäft mit dem Baumarkt-Spezialisten betreiben.

Kontextuelles Ausspielen von Content

Auf den neuen Stelen kann Werbung an den Kontext, wie das Wetter und die Tageszeit, angepasst ausgespielt werden. Sie interagieren jedoch nicht unmittelbar mit den Kunden. Obi testet zwar derzeit an einem Standort in der Schweiz das Ausspielen von Content nach Geschlecht und Alter des Betrachters. Ob dies aber überhaupt einen Mehrwert bringe, sei noch völlig unklar, sagt Paul Rottstege, Head of Portfolio von Obis Retail Media-Einheit im Gespräch mit dem Retail Optimiser. Die Besucherfrequenz messe Obi ohnehin durch Kameras, die Analyse der Betrachter-Struktur der Stelen sei nicht vorgesehen.

Noch auf dem Prüfstand steht das derzeit für die großen Displays eingesetzte Content Management System, das Obi daher auch nicht namentlich genannt haben möchte. Denkbar ist, dass Obi sich hier nochmal für eine andere Lösung entscheide. Erfahrung mit digitaler Instore Werbung hat der Baumarktbetreiber bereits sammeln können, da er an ausgewählten Standorten sehr große Video-Walls an seinen Beratungs-Tresen ‚Mach-Bar‘ und (für gewerbliche Kunden) ‚Pro-Bar‘ aufgestellt hat.

Noch keine Verbindung zu Vusion-Labels

Noch gebe es keine Verbindung der neuen Instore-Werbemöglichkeiten zu den elektronischen Regaletiketten, welche Obi derzeit mit Vusion für einen Teil seines Sortiments einführt. Grundsätzlich sei dies in Zukunft aber denkbar.

Obi hatte seine Lieferanten gestern zu seinem Retail Media Live Event nach Tente geladen. Auf der gut besuchten Veranstaltung, bei der viele Vertreter der Industrie zum ersten mal dabei waren, gab der Baumarkt-Betreiber auch die Umbenennung seiner für Retail Media zuständigen Tochter ‚Obi First Media Group‘ in ‚Obi Advertising‘ bekannt.  

 

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Björn Weber

Björn Weber ist seit über 20 Jahren als Journalist, Analyst und Berater auf den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Bevor er die Agentur Fourspot gründete, bei der The Retail Optimiser erscheint, leitete er die internationale Analysten-Gruppe LZ Retailytics. Zuvor war er Research Director Retail Technology und Deutschlandchef von Planet Retail. Björn Weber war davor acht Jahre lang Redakteur für IT & Logistik-Themen der Lebensmittel Zeitung. Björn Weber ist Mitglied der Jury des Retail Technology Awards (Reta Europe) des EHIs. Er ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen des EHIs, der NRF, der Branchenmedien sowie des Consumer Goods Forums.

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