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Schwarz Gruppe bringt Kauflands Self-Checkouts auch zu Lidl

Lidl setzt ebenfalls auf die neuen Self-Checkouts mit großem, Hochformat-Display und Überkopf-Kamera, welche Kaufland derzeit in Deutschland flächendeckend einführt. Das hat der Supermarktblog heute berichtet und dem Retail Optimiser erlaubt, seine Fotos aus einer Lidl-Filiale im Berliner Nordosten zu zeigen.  Der Retail Optimiser berichtete diese Woche bereits über den Roll-out der neuen Generation von Self-Checkouts bei Kaufland in Deutschland.

In der vom Supermarktblog besuchten Filiale überrascht Lidl auch mit dem Verhältnis von Self-Checkouts zu bemannten Kassen: 12 Self-Checkouts stehen auf einer Fläche, die bisher die bemannten Kassen einnahmen. Ganz am Rand, wo zuvor die SCOs standen, gibt es nur noch zwei bemannte Kassen, berichtet der Supermarktblog.

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Das Design der neuen Generation von Self-Checkouts, die nun auch bei Lidl Einzug hält, wurde von der Schwarz IT gemeinsam mit Kaufland entwickelt. Itab produziert die Geräte für Kaufland in Deutschland und zählt neben 4POS auch zu den Self-Checkout-Lieferanten von Lidl.

Ein Cash Recycler für zwei Self-Checkouts

Erstmals werden, wie der Retail Optimiser berichtet, bei Kaufland Cash Recycler von Glory so eingesetzt, dass eines dieser Geräte zwei Self-Checkouts dient. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Lidl dies künftig auch so tun wird – auch wenn in der vom Supermarktblog besuchten Filiale im Berliner Nordosten an den Self-Checkouts ausschließlich Kartenzahlung möglich ist und keine Cash Recycler aufgestellt wurden.

Die POS Hardware in und an den Geräten entspricht grundsätzlich jener, die auch an den bemannten Kassen eingesetzt wird. Lidl setzt hier auf zwei Lieferanten: Diebold Nixdorf und 4POS. In Deutschland werden Lidl-Filialen entweder von einem oder dem anderen der beiden Technologie-Anbieter beliefert, die 30 weiteren europäischen Auslandsmärkte jeweils entweder von Diebold Nixdorf oder von 4POS.

Vision Recognition-Ready

Mit den fest installierten Überkopf-Kameras sind die Geräte bestens für den Einsatz einer Vision Recognition-Lösung vorbereitet. Die Gretchen-Frage, auf welche Lösung die Schwarz Gruppe nun setzt, oder ob es gar eine Eigenentwicklung wird, scheint immer noch nicht ganz entschieden. Der Software-Partner von Lidl, GK, hat nach der Übernahme von Nomitri im Januar 2025 auf jeden Fall eine der führenden Lösungen im Portfolio. Aber auch einer der Hardwarepartner von Kaufland und Lidl, Itab, hat sich durch die Übernahme von Signatrix im März vergangenen Jahres mit einer solchen Lösung gestärkt.

Auf Anfrage des Retail Optimisers erklärte Kaufland diese Woche offiziell, dass keine Vision Recognition-Lösung gegen Diebstahl beim Roll-out der Self-Checkouts in Deutschland zum Einsatz komme. Ob die Schwarz IT noch mehr Zeit braucht, die geeignete Lösung in den Roll-out zu bringen – oder ob die Gruppe wegen der Sensibilität des Themas Diebstahl hier jede Berichterstattung scheut, ist derzeit unklar. Bekannt ist dagegen, dass in den Laboren der Schwarz IT alle Lösungen, die es in diesem Bereich gibt, auf den Prüfstand kommen oder kamen, dass die Schwarz IT auch selbst an eigenen Lösungen dieser Art bastelt und Tests mit unterschiedlicher Software auch in Vertriebsstätten von Lidl und Kaufland laufen.

Livebild zur Abschreckung

Lidl zeigt zur Abschreckung von Betrügern in der vom Supermarktblog besuchten Filiale im Nordosten Berlins das Livebild der Überkopf-Kamera kontinuierlich auf dem oberen Teil des großen Bildschirms. Dagegen wirbt Kaufland auf dieser Fläche – zumindest auf den Fotos, welche die Pressestelle diese Woche zur Verfügung gestellt hat – für sein Kundenbindungsprogramm.

Große Freude dürfte bei Teilen der Markenartikel-Industrie ausbrechen, dass Lidl Impulskauf-Ware in das neue Design fest integriert hat. Dagegen zeigt Kaufland sich mit seinen neuen Self-Checkouts frei von Waren, deren Kauf der Kunde selten plant. Zumindest an den Geräten, von denen Kaufland diese Woche Bilder verbreitete, ist keine Impulsware zu sehen.

 
Zur Abschreckung von Dieben zeigt Lidl kontinuierlich das Livebild der Überkopf-Kamera auf dem oberen Teil des großen Displays. (Foto: Supermarktblog)
Zur Abschreckung von Dieben zeigt Lidl kontinuierlich das Livebild der Überkopf-Kamera auf dem oberen Teil des großen Displays. (Foto: Supermarktblog)

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Björn Weber

Björn Weber ist seit über 20 Jahren als Journalist, Analyst und Berater auf den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Bevor er die Agentur Fourspot gründete, bei der The Retail Optimiser erscheint, leitete er die internationale Analysten-Gruppe LZ Retailytics. Zuvor war er Research Director Retail Technology und Deutschlandchef von Planet Retail. Björn Weber war davor acht Jahre lang Redakteur für IT & Logistik-Themen der Lebensmittel Zeitung. Björn Weber ist Mitglied der Jury des Retail Technology Awards (Reta Europe) des EHIs. Er ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen des EHIs, der NRF, der Branchenmedien sowie des Consumer Goods Forums.

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