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Lidl UK verschwendet weniger Lebensmittel mit Olio

Lidl erweitert sein Angebot, Lebensmittel an wohltätige Organisationen zu verteilen, indem es eine neue Partnerschaft mit der Food-Vermittlungs-Plattform Olio eingeht. Damit ergänzt der Discounter seine bestehende Zusammenarbeit mit der Wohltätigkeits-Vermittlungs-Plattform Neighbourly um eine zweite Verteilungsstufe. Ziel dieser Maßnahme ist es, überschüssige Lebensmittel zu erfassen, die nicht von Wohltätigkeits-Organisationen abgeholt werden können. Der am vergangenen Freitag gestartete Pilotversuch läuft vier Wochen lang in 20 Filialen in den englischen Regionen Newton Aycliffe und Luton.

Lidl arbeitet seit 2017 mit Neighbourly zusammen. Zu dieser Zeit hat der Discounter seine Initiative ‘Feed it Back‘ gestartet. Über die Plattform werden Lidl-Stores mit nahegelegenen Wohltätigkeits-Organisationen und gemeinnützigen Einrichtungen vernetzt, die unverkaufte Lebensmittel abholen – meist am Ende des Tages. Mittlerweile verbindet das Programm die britischen Lidl-Stores mit mehr als tausend lokalen Organisationen, darunter Tafeln, Nachbarschaftscafés und Suppenküchen.

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Bei Spendenaktionen werden allerdings nicht immer alle in den Filialen anfallenden Lebensmittel-Überschüsse abgeholt. Die Partnerschaft mit Olio soll diese Lücke schließen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit holt das Netzwerk von Ehrenamtlichen Olio übrig gebliebene Lebensmittel aus teilnehmenden Lidl-Stores ab, wenn eine Wohltätigkeits-Organisation keine Abholung durchführen kann.

Freiwillige sammeln Überschüsse

Nach der Abholung stellen die ehrenamtlichen Helfer die Artikel in der Olio-App online, sodass Menschen aus der Nachbarschaft die Lebensmittel kostenlos reservieren und abholen können. Der Prozess erfordert keine Anbindung an die Bestandssysteme von Lidl, da die Artikel nach der Abholung manuell von den Freiwilligen eingegeben werden und nicht über einen Live-Datenfeed aus der Store-Technologie generiert werden. Im Gegenzug dürfen die Ehrenamtlichen 10 Prozent der Waren für den Eigenbedarf behalten.

Die Abholungen mit Olio finden in 15-Minuten-Fenstern zur Ladenschlusszeit statt. Bei den abendlichen Collections stehen Produkte im Mittelpunkt, deren Mindesthaltbarkeits-Datum bald abläuft sowie frische Backwaren aus eigener Herstellung. Die Mitarbeiter von Lidl sortieren am Ende des Tages zunächst die unverkauften Waren aus und legen Produkte beiseite, die zwar noch sicher verzehrt werden können, aber am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden dürfen. Diese Waren werden dann von Olio-Freiwilligen abgeholt, die vom Storepersonal anhand eines Abholcodes und eines Freiwilligen-Ausweises überprüft werden.

Lidl bereitet sich auf größeren Rollout vor

Die Initiative wird über einen Zeitraum von vier Wochen in 20 Lidl-Stores in Großbritannien getestet. Für Lidl ist dieser Schritt Teil einer umfassenderen Strategie, um die Lebensmittel-Verschwendung im Betrieb zu reduzieren. Der Discounter hat sich zum Ziel gesetzt, den Food Waste in allen seinen Betrieben bis 2030 um 70 Prozent zu senken. Lidl rechnet damit, durch die kombinierte Nutzung von Olio und Neighbourly jährlich über 5.000 Tonnen Lebensmittel umzuverteilen und bereitet bereits eine breitere Einführung bis Ende dieses Jahres vor.

Ähnliche Initiativen finden im gesamten Lebensmittelhandel zunehmend Verbreitung. Einzelhandels-Unternehmen kombinieren Spendenprogramme mit digitalen Plattformen, um Lebensmittel-Verschwendung zu minimieren und die Reichweite von Food-Überschüssen in den lokalen Gemeinden zu vergrößern.

Iceland testet Echtzeit-Benachrichtigungen für Rabatte

Im Jahr 2025 hat der britische Retailer Iceland gemeinsam mit Olio und dem Technologie-Start-up Gander eine landesweite Initiative zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen gestartet, wie der Retail Optimiser berichtete. Mit dieser Lösung erhalten Verbraucher über die Apps beider Partner Echtzeit-Benachrichtigungen, wenn Produkte, deren Verfallsdatum bald abläuft, in ihrer Iceland-Filiale vor Ort im Angebot sind.

Island begann seine Partnerschaft mit Olio im Jahr 2022 und führte dabei das gleiche Freiwilligenprogramm wie Lidl ein. Noch bevor das Einzelhandels-Unternehmen begann, bestimmte Überschussprodukte in den Apps von Gander und Olio anzubieten, erlaubte er den ehrenamtlichen Helfern von Olio bereits, Artikel vor Ablauf des Verfallsdatums abzuholen, um sie an Menschen in ihrer Nachbarschaft zu verschenken.

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Magdalena Nowak

Magdalena Nowak ist Trainee im Editorial Team des Retail Optimisers. Bei früheren Tätigkeiten auf der Fläche des Einzelhandels hat sie wertvolle Einblicke in die Prozesse der Branche bekommen. Magdalena Nowak studiert Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

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