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Aldi Nord öffnet kassenlosen Store in Utrecht mit Trigo

Aldi Nord hat seinen mit Trigo-Technologie ausgerüsteten Store im niederländischen Utrecht für jedermann geöffnet. Nach Tesco, Rewe und Edekas Netto ist der Discountmarkt-Betreiber der vierte europäische Handelskonzern, der das Einkaufen ohne Scanning mit der Technologie des israelischen Start-ups im Echteinsatz testet. Anders als Rewe und Netto, aber so wie Tesco in London testet Aldi Nord in Utrecht kein hybrides Einkaufen: Der Store hat keine Kassen.

In der nur 370 Quadratmeter großen Aldi Nord-Filiale mit rund 1.400 SKUs in der Lange Viestraat im Zentrum von Utrecht wurden 470 Kameras an der Decke und rund 500 Waagen in Regalböden montiert. Wie in anderen Stores mit Trigo-Technologie berechnet das KI-System des israelischen Spezialisten aus den erfassten Daten, welcher Kunde welche Ware nimmt oder wieder zurückstellt. Mareike Kleimann, Projektmanagerin von Aldi Shop&Go betont, dass mit Trigo keinerlei Biometric oder Gesichtserkennung eingesetzt wird. Sie nennt den Ansatz „Privacy by Design“.  

Eine besondere Herausforderung im Projekt waren die Aldi-typischen Schütten mit ständig wechselnden Nonfood-Artikeln, berichtet Trigo CEO Michael Gabay. Auch Käufe dieser Promotion-Ware könne Trigo nun sicher erkennen. 

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Da die Technologie Stand heute noch nicht erlaubt, den elektronischen Warenkorb in Echtzeit zu erstellen, erhalten die Kunden erst nach dem Einkauf ihren digitalen Bon auf ihr Smartphone. Der zu zahlende Betrag wird automatisch über die in der App hinterlegten Zahlungsmittel abgebucht.

Noch keine Roll-out Pläne

Sinanudin Omerhodzic, CTO von Aldi Nord, erklärte in Utrecht, dass sein Unternehmen erst später und auf Basis der Kundenresonanz in Utrecht entscheiden werde, ob es weitere Stores – auch in Deutschland – mit der Trigo-Technologie ausrüsten werde. Laut Medienberichten habe Aldi Nord rund eine Million Euro in diesen einen Store gesteckt. Trigo berichtet, dass der Aldi Nord Store in Utrecht der derzeit weltweit größte Store mit ihrer Technologie sei. In Berlin hat die Rewe Group allerdings einen noch etwas größeren Store ebenfalls mit Trigo-Technologie ausgerüstet – die Nutzung aber noch nicht für jedermann geöffnet. Noch testet Rewe dort mit Mitarbeitern und ihren Familien.

Aldi Süd testet seit Januar dieses Jahres ebenfalls unter dem Namen „Aldi Shop&Go“ einen kassenlosen Store: Im Londoner Stadtteil Greenwich. Aldi Süd setzt aber nicht auf Trigo, sondern auf dessen US-amerikanischen Wettbewerber AiFi.

Die Aldi Nord-Filiale in der Lange Viestraat im Zentrum von Utrecht hat keine Kasse. (Foto: Aldi Nord)
Die Aldi Nord-Filiale in der Lange Viestraat im Zentrum von Utrecht hat keine Kasse. (Foto: Aldi Nord)
Im kassenlosen Store in Utrecht bietet Aldi Nord rund 1.400 SKUs. (Foto: Aldi Nord)

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Björn Weber

Björn Weber ist seit über 20 Jahren als Journalist, Analyst und Berater auf den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Bevor er die Agentur Fourspot gründete, bei der The Retail Optimiser erscheint, leitete er die internationale Analysten-Gruppe LZ Retailytics. Zuvor war er Research Director Retail Technology und Deutschlandchef von Planet Retail. Björn Weber war davor acht Jahre lang Redakteur für IT & Logistik-Themen der Lebensmittel Zeitung. Björn Weber ist Mitglied der Jury des Retail Technology Awards (Reta Europe) des EHIs. Er ist regelmäßiger Sprecher auf Veranstaltungen des EHIs, der NRF, der Branchenmedien sowie des Consumer Goods Forums.

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